Nordkap 2002  
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08.06.2002, ca 20.30 Uhr, Abfahrt, Gränna am Vätternsee

Über die A7 und weiter über die A1 führt unser 1. Teilstück nach Puttgarden. Hier nutzen wir die 3 Uhr Fährverbindung der Vogelfluglinie. Nach kurzer Überfahrt (45 min) und ca 2 Stunden Fahrt durch Dänemark erreichen wir die Fähre in Helsingor-Helsingborg. Bei Sonnenschein und nach einer Pause mit kurzem Vormittagsschlaf geht's weiter auf die E4 zu unserem ersten größeren Stop, der Kleinstadt Gränna am Vätternsee. Hier hat man einen wunderschönen Überblick auf den Vätternsee und die darin gelegene Insel. Nach einem ausführlichen Bummel fahren wir weiter über die 50, einer Traumroute mit vielen Radarfallen entlang typischer Schwedenhäuser mitten in der Natur, zu unserem 1. Campingplatz bei Askersund.

10.06.2002, Straße - Natur - Farben

Heute führt unser Weg weiter enlang der 50, 67 und E4 via Gävle und kurz hinter Umea ist ein Parkplatz unser heutiger Stopp. Auf dieser zweiten, sehr langen Etappe stellen wir fest, daß die Farben in der Natur im Sonnenschein schon wärmer werden. Aus dichten Nadelholz- und Birkenwäldern erscheinen urplötzlich einzelne kleine Orte wie die zahlreichen Seen, die tiefblau schimmern. Die Felsen erscheinen im Sonnenlicht rötlich.

11.06.2002, Der Weihnachtsmann

Unser Frühstücksbeschluß: Heute geht's zum Weihnachtsmann (E4, E75). Die Grenze nach Finnland überqueren wir bei Haparanda/ Tornio. Diese beide Städte sind mittlerweile zusammengewachsen. Kurz zuvor erhielten wir schon einen ersten Hinweis bzgl. unseres Traumzieles, das Nordkap. Im Laufe des Nachmittags erreichen wir nach einer Fahrt durch Finnlands Wälder die "Santa Claus Ranch" - ca. 5 km hinter Rovaniemi in Napapiiri, sehr gut ausgeschildert -. Hier können wir auf dem Parkplatz übernachten und schauen uns selbstverständlich alles genau und in aller Ruhe an. Ebenso überqueren wir hier den Polarkreis zum ersten Mal. Der Spruch des Tages: "Je weiter man nach Norden kommt, desto mehr hat man das Gefühl dem Himmel ein Stückchen näher zu kommen.".

12.06.2002, Inarisee, Norwegens Bergwelt

Nachdem wir auch die Souveniershops durchstöbert haben (auch im Sommer ist die Ranch geöffnet), fahren wir weiter zum Inari-See, wo uns ein Gewitter überrascht und das Badevergnügen somit ausfällt. Unterwegs haben wir unsere erste Begegnung mit Rentieren- und wir ahnen nicht, dass noch viele folgen werden. Da es auch nicht nach Wetterbesserung aussieht, beschließen wir weiterzufahren bis wir einen schönen Campingplatz finden. Gegen Abend erreichen wir den Campingplatz Skoganvarre in Norwegen - die Grenze dorthin haben wir bei Karigasniemi (Fin) überquert.

13.03.2002, Nordkap

Die schneebedeckten Berge sind im Frühnebel nicht mehr zu erkennen, da die Wolken über Nacht ins Tal hineingefallen sind. Über die E69, bei nur 10°C Aussentemperatur fahren gegen 10 Uhr los. Die Route ist simpel: einfach dem Hinweisschild "Nordkap" folgen. Vorbei führt und die Straße am Porsangerfjord und entpuppt sich als die Traumstraße auf unserer Tour. Sehr kurvenreich und z. T sehr eng führt sie durch eine fantastische, vom Wetter geprägte Naturlandschaft. Rentiere sind auch hier zahlreich und z. T. in großen Herden zu sehen. Die letzten 20 km werden zur "Teststrecke" für unser gemietetes WoMo, aber die 9% und mehr Steigung sind kein Problem. Gegen 14 Uhr haben wir es geschafft. Oberhalb der Schneegrenze "empfängt" uns das Nordkap-Plateau mit Sonnenschein und 3°C Aussentemperatur und kaltem Nordwind.

Wir genießen einfach die Aussicht und die Atmosphäre für die nächsten 48 Stunden.

   

 

15.06.2002, Norwegens Fjorde

Entlang der Fjorde führt und der heutige Weg (E69, E6). Auf der einen Seite Berge, deren Kuppen gelegentlich noch mit Schnee bedeckt sind und das Tauwasser sich in unendlich viele und vielartige Wasserfälle ergießt, auf der anderen Seite die glitzernden Wasser, deren Oberfläche das Sonnenlicht in den Farben blau, tief dunkelblau oder wenn das Licht von der anderen Seite scheint in türkis bis grün reflektiert. Gegen Abend rasten wir auf dem Campingplatz Skibotn in Norwegen bei erfreulichen 20 - 25 °C.

16.06.2002, Tromsö, Kiruna und der wiederentdeckte Rastplatz

Heute steht ein Tagesausflug nach Tromsö auf dem Programm. Wir besichtigen die Eiskathedrale. Da leider das Planetarium und andere Einrichtungen geschlossen sind - wir erfahren dies erst direkt an den Eingängen-, ärgern wir uns über die (fast) unnütz gefahrenen 200 Zusatzkilometer. Also geht's nun weiter entlang der Fjorde, bis wir bei Narvik wieder in Richtung Schweden abbiegen. Bei Riksgränsen wechseln wir wieder nach Schweden. Hier befindet sich der nördlichste Bahnhof der Welt. Unsere Suche nach einem geeigneten Rastplatz für die Nacht führt uns entlang des Abiskonationalparks über Kiruna bis nach Jukkasjärvi (15 km hinter Kiruna). Mit großer Freude stellte ich fest, dieser Platz ist noch genauso wie vor 12 Jahren bei meiner ersten Skandinavientour.

17.06.2002, Rentiere und Lappstaden

Da es in der Nacht doch recht kühl war, fahren wir nun doch in der Hoffnung auf etwas wärmeres Wetter einen direkteren Weg Richtung Mittelschweden und überqueren bei Jokkmokk den Polarkreis zu zweiten Mal auf unserer Tour. In Arvidsjaur besichtigen wir die aus dem 17. Jahrhundert stammenden Lappstaden, die heute noch 1 - 2 Mal im Jahr genutzt werden, und folgen dann der 45 bis Storuman, wo wir mal wieder "fry camping" praktizieren.

18.06.2002, ... bis Orsa (kurz vor Mora)

Heute folgen wir die 45 weiter bis Orsa, wo wir am Ortsausgang auf einem Platz für die Nacht rasten. Da in Östersund noch alle Shops zu hatten fiel der für heute geplante Bummel aus und wird morgen in Mora nachgeholt.

19.06.2002, Mora

Am späten Vormittag erreichen wir Mora, wo wir einen Stadtbummel machen. Über Nusnäs, hier besichtigen wir die Produktion der Dalanar-Figuren, erreichen wir nach wenigen Kilometern Leksand, wo wir uns auf dem Campingplatz Västanviksbadets einquartieren, da ja "midsommar" vor der Tür steht.

21.06.2002, Midsommar am Siljansee

Gegen Abend und nach anfänglichem Regenwetter scheint nun doch noch die Sonne, so daß wir uns mittels Schusters Rappen nach Leksand-Ortsmitte begeben, wo nach alter Tradition Kirchboote anlegen, die über den Siljansee kommen und den Maibaum für das Volksfest mitbringen.

22.06.2002, Naturcamping

Heute fahren wir mal wieder: Und zwar via Borlänge, ab hier Regen- und Gewitterschauer, Mariestad, hier wollen wir eigentlich stoppen, aber Campingplatz ist voll, nach Vrigstadt, wo wir auf einem Naturcampingplatz übernachten. Wir folgern für die Zukunft: Naturcamping ist nichts für uns. Dieser Tag war der einzige nicht so schöne auf unserer Tour.

23.06.2002, Växjö, Smaland (Glas-)Museum

Auf dem Weg zu unserem letzten Tour-Highlight fahren wir heute bis Växjö (Campingplatz Evedals). Hier beginnt das Glasreich: eine Region, die durch die zahlreichen Glashütten geprägt ist. Die Fahrt führt, wie in den letzten Tagen auch, durch Wälder, die hier und da durch einige Seen unterbrochen werden. In Växjö besuchen wir das Smaland Museum, das einen Ausschnitt aus der Historie Schwedens und eine grosse Sammlung von kunstvollen Glasobjekten zeigt. Diese Ausstellung ist für den Besuch im Glasreich fast ein Muß.

24.06.2002, Glashüttenbesuche

Unsere Stationen für den heutigen Tag sind die Glashütten Orrefors bei Hovmanstorp, Lessebo Studioglas, Skruf, Afors und Sea. Überall haben wir kurz angehalten und uns die Produkte angeschaut. Leider war es nicht möglich, beim eigentlichen Glasblasen zuzuschauen - es ist ja noch keine Saison, erst ab Juli. In Kosta bleiben wir zunächst auf dem dortigen Campingplatz, der sich in direkter Nähe der dortigen Glashütte befindet.

25.06.2002, Glashüttenbesuche

Die Glashütte Kosta bildet den Abschluß im Glasreich, das wir mit einigen Souveniers verlassen. Wir fahren nun so langsam Richtung Heimat, d. h. die 28 runter bis Karlskrona und weiter die E22 entlang der Ostsee. Auf unserem letzten Campingplatz Ringjöstrand bei Hörby geniessen wir noch einmal etwas die schwedische Natur.

26.06.2002, 27.06.2002 Oeresundbrücke, Fähre, Deutschland

Heute führt uns der Weg wieder zurück nach Deutschland. Als Route sind diesmal die Oeresundbrücke und die Fähre Rödby/Puttgarden vorgesehen. Nach ca 11 Stunden Fahrt - viel weniger als eingeplant - sind wir am späteren Abend wieder zu Hause angekommen.

Es endet nun eine Urlaubstour, mit der wir uns einen großen Traum erfüllt haben.

Unser Fazit

Eine Tour dieser Art sollte man unbedingt machen, wenn einem die Gelegenheit dazu geboten wird und das Interesse an Skandinavien vorhanden ist. Als Transportmittel ist ein Wohnmobil sehr empfehlenswert und bestens geeignet, aber es sollte ein kleines, PS-starkes Modell sein, um die Fährkosten niedrig zu halten. Ebenso sollte man viel Zeit mitbringen. Wir haben in diesen wenigen Tagen nur ein Minimum sehen und erleben können, was auf dieser Fahrt möglich war. Besser ist ein Zeitraum von 4 - 8 Wochen für eine Reise dieser Art in den Monaten Juni bis August, in denen auch alle Sehenswürdigkeiten geöffnet haben. Die Campingplätze haben wir uns - bis auf das Naturcamping - alle aus dem ADAC-Campingführer herausgesucht und dabei nur gute Erfahrungen gemacht. Als "Reisesprache" gab es mit Englisch keine Verständigungsschwierigkeiten, einige Male wurden wir sogar in Deutsch sehr freundlich begrüßt - und Schwedisch ist nach einiger Zeit auch mehr oder weniger gut zu verstehen.

PS.: Auch auf dieser Tour sind keine Elche gesichtet worden. Irgendwie komisch ...

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